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Was sind Dachfonds?

Neben zahlreichen Einzel- und Mischfonds bieten Ihnen auch sogenannte Dachfonds die Möglichkeit einer Kapitalanlage in Fonds. Auch Dachfonds greifen häufig auf unterschiedliche Anlageklassen zurück, um den gewünschten Anlageerfolg zu erzielen. Im Unterschied zu klassischen Mischfonds jedoch investiert dieser nicht in einzelne Wertpapiere. Stattdessen investiert das Management eines Dachfonds das Fondskapital in andere Fonds (fund of funds), was zu einer noch breiteren Kapitalstreuung führt. Somit können die gewünschten Effekte des Fondsprinzips mithilfe von Dachfonds theoretisch nochmals verstärkt werden. Die allgemeinen Schwankungsrisiken einer Fondsanlage sollen sich dadurch reduzieren.

In welche Anlageklassen investiert ein Dachfonds?

In welche Art von Wertpapiere ein Dachfonds investiert, ist sehr unterschiedlich. Dies hängt in erster Linie vom jeweiligen Fonds bzw. der Fondsphilosophie ab. In der Praxis ist das von Ihnen als Anleger gewünschte Verhältnis zwischen Chance und Risiko maßgeblich dafür, in welchen Dachfonds Sie investieren sollten. Dachfonds mit höheren Renditezielen investieren oftmals höhere Anteile in Aktienfonds. So entsteht jedoch ebenfalls ein höheres Risiko. Soll dagegen eine geringere, dafür sicherere Strategie verfolgt werden, wird der Anteil an konservativeren Papieren steigen.

Wie bei Fonds generell üblich, steht in jedem Fall fest, in welche Papiere Ihr Dachfonds grundsätzlich überhaupt investieren darf – und in welchem Verhältnis. So ist in der Praxis häufig eine feste Quote oder Spannbreite definiert, bis zu der bzw. innerhalb derer, Ihr Dachfonds Geld z. B. in Aktienfonds anlegen darf. Dadurch lassen sich allgemeine Schwankungsrisiken von vornherein zumindest begrenzen bzw. abschätzen. Geringere Schwankungsrisiken gehen in aller Regel jedoch auch mit niedrigeren Erträgen einher. In folgende Fondsarten darf ein Dachfonds im Regelfall investieren:

Ansicht einer Bank auf der Welt

Aktienfonds

Aktienfonds beinhalten einzelne Aktienwerte und werden in Dachfonds eingesetzt, um attraktive Renditen zu erzielen. Dabei wird der Anteil an Aktienfonds häufig von vornherein begrenzt. Ziel vieler Dachfonds ist es, ein ausgewogenes bzw. attraktives Verhältnis zwischen Höhe der Erträge und Schwankungsrisiko zu erreichen, sodass Aktienfonds häufiger nur beigemischt werden.

Rentenfonds

Das Gegenstück zu eingesetzten Aktienfonds bilden Rentenfonds. Diese investieren lediglich in festverzinsliche Wertpapiere – zum Beispiel in Anleihen. Der in Rentenfonds angelegte Kapitalanteil soll für Wertstabilität sorgen. Dennoch können die Kurse von Rentenfonds gewissen Schwankungen unterliegen. Der Grund dafür liegt vor allem in Zinsschwankungen an den Geld- und Kapitalmärkten. Im Regelfall schwanken Rentenfonds jedoch weniger stark als Aktienfonds.

Geldmarktfonds

Geldmarktfonds investieren lediglich in kurzfristig ausgerichtete Wertpapiere. Dazu gehören etwa Tages- oder Termingelder. Die dabei auftretenden Wertschwankungen sind dadurch sehr überschaubar. In der Praxis existieren Geldmarktfonds, deren Kurs praktisch gar keinen oder kaum negativen Schwankungen unterliegt. Innerhalb von Dachfonds finden Geldmarktfonds zum Zwecke der Kursstabilisierung ergänzend Verwendung.

Immobilienfonds

Ebenfalls als Ergänzung sind (offene) Immobilienfonds innerhalb einiger Dachfonds zu finden. Hauptziel eines Immobilienfonds ist es, langfristig nachhaltige Erträge aus Mieteinnahmen zu erwirtschaften. Die Kapitalanlage in Immobilienfonds trägt damit zur Wertstabilität bei.

Rohstofffonds

Auch Investmentfonds, die ihren Anlegeschwerpunkt auf Rohstoffe legen, werden von (einigen) Dachfonds eingesetzt – meist als Ergänzung zu anderen Anlageschwerpunkten. Hinsichtlich Rohstofffonds gilt dabei Ähnliches wie bei Aktienfonds. In Rohstofffonds wird vorrangig zur Erwirtschaftung lohnender Renditen investiert. Für den Dachfonds bringt der so angelegte Kapitalanteil im Gegenzug meist stärkere Schwankungen mit sich.

Über Vor- und Nachteile von Dachfonds

In der Praxis ist zu beobachten, dass vor allem die von vielen Kapitalanlagegesellschaften angebotenen Vermögensverwaltungen (hauptsächlich) als Dachfonds angelegt sind. Die dabei gelieferten Argumente klingen durchaus schlüssig. So handelt es sich bei Dachfonds durchaus um Produkte, bei denen das Fondsmanagement in gewisser Weise „freie Hand“ hat und somit weitreichend handeln kann. Sie als Anleger können die allgemeinen Anlagerisiken dennoch begrenzen. Gerade für eher unerfahrene Anleger sind Dachfonds deshalb eine geeignete Möglichkeit, um von den Vorzügen einer aktiv gemanagten Anlage zu profitieren. Zudem unterliegen Dachfonds einer noch intensiveren Risikostreuung als herkömmliche Mischfonds und können zudem häufig auch auf Fondsprodukte zurückgreifen, die Privatanlegern nicht als Einzelprodukt zugänglich sind.

Dachfonds stehen andererseits allgemein in der Kritik, da sie in der Praxis vor allem gegenüber klassischen Mischfonds Kostennachteile für Sie als Anleger aufweisen. So werden die bei Fondsanlagen üblichen Ausgabeaufschläge für die Fonds zwar nur einmal erhoben. Jährlich anfallende Gebühren wie etwa die sogenannte Verwaltungsvergütung fallen im Rahmen eines Dachfonds allerdings meist doppelt an – zunächst für den eingesetzten Zielfonds und nochmals für Ihren Dachfonds. Gleiches gilt für mögliche Erfolgsvergütungen des Fondsmanagements, die – falls vorhanden – ebenfalls jährlich berechnet werden.

Möchten Sie Geld in einen Dachfonds anlegen, sollten Sie dessen Gebührenstruktur genau prüfen. Bevorzugen Sie Produkte, dessen Gebührenstruktur bewusst schlank gehalten wird, und die sich in Sachen Ertrag in der Vergangenheit bereits bewährt haben.

ETF-Fonds als mögliche Alternative

Sogenannte ETFs („exchange-traded funds“) gelten als mögliche Alternative zu klassischen Investmentfonds. Dabei handelt es sich um börsennotierte Indexfonds, die keinem aktiven Management unterliegen und daher meist deutlich kostengünstiger als herkömmliche Fondsprodukte sind. Für Sie als Anleger müssen ETFs dennoch keinen niedrigeren Ertrag mit sich bringen – im Gegenteil. Auch hier gibt es Dachfonds, die jedoch in der Regel im Vergleich schlechter abschneiden, als ihre zugehörigen ETFs einzeln. Ob dies an den Anlageentscheidungen der Dachfondsmanager liegt oder ausschließlich an den zusätzlichen Kosten für die Verwalten sei mal dahingestellt.

Aus Kostensicht können ETFs eine preiswertere Alternative gegenüber klassischen Dachfonds sein. Die Risikostreuung ist jedoch bei der Anlage in einen einzelnen Indexfonds wesentlich geringer. Nehmen Sie die Kosten Ihres Wunsch-Dachfonds vor der Investition genau unter die Lupe. Auch andere wichtige Aspekte – wie etwa die bisherige Schwankungsintensität des Produktes – sollten Ihnen dabei wichtig sein und in Ihre Entscheidung einfließen.